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Wie alle Züchterinnen und Züchter im GRC bin ich bestrebt, rassentypische, wesensfeste Hunde zu züchten, die das Leben ihrer Familien bereichern und ihren Besitzern unendlich viel Freude bringen.

Jeder Züchter hat seine eigenen Vorstellungen davon, wie diese Ziele zu erreichen sind, dies ist die züchterische Freiheit innerhalb der Grenzen, die unser Zuchtverein uns auferlegt. Innerhalb der von mir eindeutig begrüßten Zuchtvorschriften geplanter Rassehundzucht strebe ich danach, die natürlichen Bedürfnisse der von mir zur Welt gebrachten Welpen zu erfüllen.

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Um diese Bedürfnisse optimal erfüllen zu können studiere ich seit fast 40 Jahren die Literatur zum Thema „Wesensentwicklung“ beim Hund, beschäftige mich mit der Entwicklungspsychologie des Hundes und den Faktoren, die sich negativ auf die Hundepsyche auswirken. Hierbei kommen mir natürlich mein Psychologiestudium und zahllose Weiterbildungen sehr zur Hilfe, denn die Entwicklung eines Hundekindes unterscheidet sich nicht grundsätzlich von der seelischen Entwicklung eines Menschenkindes.

Genau wie ein Menschenkind braucht das Hundekind Zeit, in der es Urvertrauen entwickeln kann. Eine ungestörte, ruhige Zeit, in der das Gehirn wachsen und reifen kann, in der die Sinne sich schärfen können und die Welt vorsichtig erkundet wird.

Hundeartige werden in Höhlen (Wurfhöhle) geboren und dort verbringen sie ihre ersten Wochen im Kreise ihrer Geschwister – auch dann, wenn Mama auf Nahrungssuche geht. Nach einigen Wochen wagen sie sich dann aus dem Bau hervor und beginnen in unmittelbarer Nähe zu spielen und ihre kleine Welt zu erkunden, immer bereit, sofort wieder in ihrer Höhle zu verschwinden, sollte Gefahr drohen. Alleine gelassen zu sein bedeutet für einen jungen Caniden Lebensgefahr und löst großen Stress aus.

Hunde sind Rudeltiere, soziale Wesen, ganz genau wie wir. Deshalb passen wir ja auch so gut zusammen!

Um die Wesensentwicklung nicht negativ zu beeinträchtigen bleiben Caperdonich Welpen mindestens zehn Wochen bei ihrer Mutter. Dies ist meines Erachtens unbedingt erforderlich, um die stattfindende Gehirnreifung nicht durch das Trennungstrauma negativ zu beeinflussen. Je früher traumatischer Stress auf das sich bildende Gehirn einwirkt, desto größer der Schaden den er anrichten kann.

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Natürlich verstehe ich den Wunsch zukünftiger Welpeneltern, ihr Baby so früh wie möglich in die Arme schließen zu können. Vielerorts wird auch noch die Meinung vertreten, dass der Welpe sich umso besser an seine Menschen binden würde, je früher er zu ihnen käme. Dies ist jedoch wissenschaftlich widerlegt.

Die notwendige Prägung auf den Menschen erfolgt bereits ab dem Zeitpunkt der Geburt. Die Art und Weise wie seine ersten menschlichen Sozialpartner mit dem kleinen Hundewesen umgehen entscheidet, ob es sich vertrauensvoll Menschen zuwenden kann oder ob es beginnt, ihn ängstlich zu meiden. Wenn die Erfahrungen des Welpen mit Menschen positiv sind, wird er sich gerne an Menschen binden und eine tiefe Liebesbeziehung zu ihnen aufnehmen, unabhängig von seinem Alter. Diese Bindungsfähigkeit stellt jeder Hund immer wieder unter Beweis, auch dann, wenn er unglücklicherweise aufgrund eines Verlustes ein neues Herrchen in sein Herz schließen muss.

Die ersten Lebensmonate sind für die Persönlichkeitsentwicklung des Hundes extrem wichtig und je mehr Zeit er mit Eltern und Geschwistern verbringen kann, desto mehr kann er lernen, was es heisst, ein Hund zu sein. Er erlernt wichtige Sozialregeln, übt die Kommunikation, lernt Grenzen anderer Hunde zu akzeptieren und den Respekt vor älteren Hunden. Die Erziehung durch die Hundemutter macht die spätere Erziehung durch den Menschen leichter. Untersuchungen konnten nachweisen, dass Welpen von strengen Hundemüttern sehr leicht zu erziehen sind.

Da ich einen Rüden und eine Hündin habe, können Caperdonich Welpen auch Vatererfahrungen sammeln, was für sie von unschätzbarem Wert ist. So lernen sie, sich einer älteren Hündin, einem älteren Rüden und den Gleichaltrigen gegenüber angemessen zu verhalten.

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Und da die Welt nicht nur aus Goldens besteht, erhalten die Babies natürlich auch Besuch von gesunden, wesensfesten, freundlichen Hundetanten…

Um eine möglichst frühe Bindung zur neuen Familie möglich zu machen dürfen Welpenkäufer bereits sehr früh zu Besuch kommen. Dies erfordert natürlich, dass strenge Hygieneregeln eingehalten werden müssen, da sonst die Gefahr des Einschleppens von Krankheitskeimen zu hoch wäre.

Um die Welpenfamilien optimal auf ihr neues Familienmitglied vorzubereiten organisiere ich für meine Welpenkäufer ein Seminar zum Thema Welpenaufzucht und stehe ihnen mit Rat und Tat zu Seite.